Ellam shariyaan

„Todesursachenvermeidungsmanagement: Eine Gebrauchsanweisung fürs Überleben“

Im Land der Sicherheitszertifikate und Warndreiecke lebt der Mensch mit einem Ziel: bloß nicht draufgehen. Nicht durch Messerstecherei, nicht durch Kreuzfahrtinfektion, nicht durch einen herunterfallenden Ziegelstein. Daher: Helmpflicht beim E-Roller, Bodycams für Rentner, kugelsichere Weste für den Schulweg. Man weiß ja nie.

Nur leider: Der Tod hält sich nicht an die Schlagzeilen. Er kommt leise, zäh, durch die Hintertür. Und trägt meist einen Namen wie „Myokardinfarkt“, „Kolorektales Karzinom“ oder „Pneumonie“.

Doch keine Sorge. Die Menschen haben gelernt, sich zu schützen. Gegen alles außer dem Wahrscheinlichen.

🛑 Bewegung? Lieber auf dem Bürostuhl strampeln – da ist’s sicherer.

🛑 Gesunde Ernährung? Ja, wenn’s frittiert ist, hält es länger.

🛑 Händewaschen? Nur wenn’s nach Desinfektion riecht. Naturseife ist zu riskant.

Denn das wahre Grauen lauert nicht im Cholesterin, sondern auf dem Nachhauseweg. Dort, wo täglich Morde passieren. Also statistisch gesehen… irgendwann. Vielleicht. Wenn man Pech hat.

Und jetzt zur Krönung aller Ironien: Während jedes Jahr rund 60 Millionen Menschen sterben, werden gleichzeitig durch Verhütung rund 120 Millionen Geburten verhindert.

Mit anderen Worten: Verhütung rettet mehr Leben, als der Tod jährlich fordert. Oder anders gesagt:

Wer nie geboren wird, stirbt auch nie. Ein perfekter Score im Spiel des Lebens.

Und so lebt der Mensch weiter. Gut versichert, leicht übergewichtig, mit Helm im Wohnzimmer und Chips in der Hand.

Denn wer will schon an Brokkoli sterben, wenn man auch sicher vorm Fernseher verblassen kann?