Ellam shariyaan

🕳️ Zwischen Wissen und Bequemlichkeit

Ein inneres Versprechen, das nichts beschönigt.

Ich weiß, was läuft. Was schiefläuft. Was auf uns zurollt.

Ich kenne die Zahlen. Ich kenne die Bilder. Ich kenne den Schmerz – den ich nicht fühle, weil ich ihn zu gut verstecke.

Ich bin Teil des Problems. Ich konsumiere, ich profitiere, ich drücke auf „Akzeptieren“, ich bestelle, ich fliege, ich schweige.

Ich bin kein Held. Ich bin kein Märtyrer. Ich bin nicht bereit, alles aufzugeben. Noch nicht. Vielleicht nie.

Ich bin ein Nutznießer. Ein Junkie des Systems. Ich weiß, dass die Dosis steigt. Dass wir immer mehr nehmen und immer weniger fühlen.

Ich hasse es. Ich liebe es. Ich lebe darin.

Aber ich belüge mich nicht mehr.

Ich werde meine Betroffenheit nicht mehr als Tugend ausstellen. Ich werde meine Klarheit nicht mehr mit Ironie zudecken.

Ich will nicht mehr schönreden, nicht mehr ausweichen, nicht mehr lächeln, wenn ich brennen müsste.

Ich verspreche nicht, die Welt zu retten.

Ich verspreche, mich nicht mehr selbst zu verraten.

Ich werde nicht perfekt handeln. Aber ich werde mich erinnern. Immer wieder.

Wenn ich konsumiere. Wenn ich profitiere. Wenn ich schweige.

Ich werde mich erinnern, dass ich es besser weiß.

Und vielleicht, irgendwann, werde ich beginnen, anders zu handeln.

Nicht aus Schuld. Sondern weil ich es nicht mehr aushalte, nur Zuschauer zu sein im letzten Akt dieses Planeten.